Ein 18 US-Mrd.-Dollar-Vertrag zum Bau von zwei Kernreaktoren im tschechischen Kraftwerk Dukovany sorgt für Streit. Ursprünglich sollte Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) den Zuschlag erhalten, doch die Vertragsunterzeichnung wurde gestoppt, nachdem das französische Unternehmen EDF, das bei der Ausschreibung verloren hatte, vor Gericht zog. Ein tschechisches Regionalgericht erließ eine einstweilige Verfügung, die das Projekt vorerst auf Eis legt.
Die EU mischt sich ein: Kommissar Stephane Sejourne forderte Tschechien auf, den Vertrag zu pausieren, da KHNP möglicherweise illegale staatliche Subventionen erhalten habe. EDF kritisiert zudem, dass das Angebot von KHNP unrealistisch günstig sei.
KHNP wehrt sich und betont, keine Subventionen bekommen zu haben und auch die tschechische CEZ-Tochtergesellschaft Elektrarna Dukovany II (EDU II) verteidigt die Ausschreibung und nennt EDFs Vorwürfe „Spekulationen“.
EDU II fordert EDF auf, ihr eigenes Angebot offenzulegen, und droht mit Schadensersatz für Verzögerungen.
CEZ plant, die einstweilige Verfügung vor dem Obersten Verwaltungsgericht aufheben zu lassen, um das Projekt schnell fortzusetzen.
Der Streit wirft Fragen auf, ob und wann die neuen Reaktoren gebaut werden können.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen